Rohrleitungsbauverband

AUSGABE JULI/AUGUST 2011 DER BBR

26.07.2011 -

Leitungsbau

Solent Querung – Erweiterung der Grenzen des HDD-Verfahrens
Die Southern Gas Networks (SGN) verbessert zurzeit die Infrastruktur ihres Gasnetzes auf der Isle of Wight an der Südküste von England. Hierfür war der Ersatz von Rohrleitungen für den Gastransport vom Festland des Vereinigten Königreichs bis zur Insel erforderlich. Um die neuen Zuleitungen zu bauen, musste der Solent gekreuzt werden, eine 3,5 km breite Wasserstraße mit geschützten Wattbereichen und einem tiefen und verkehrsreichen Schifffahrtskanal mit einer Strömung von über vier Knoten. Zwei Stahlrohre mit einem Durchmesser von 324 mm mussten in zwei separaten parallelen Bohrungen ca. 50 m unter dem Bett des Solent im gesteuerten Horizontalbohrverfahren verlegt werden. Jede dieser Kreuzungen mit einer Länge von jeweils 3.930 m ist ca. 20 Prozent länger als bis her im HDD-Verfahren verlegten Leitungen.
Autor: Jez Seamans

Nord Stream-Pipeline: Schweißarbeiten am Grund der Ostsee
Am Grund der Ostsee entsteht bis 2012 eines der größten europäischen Infra strukturprojekte. Zwischen Wyborg in Russland und Lubmin bei Greifswald in Deutschland wird die Offshore-Erdgaspipeline Nord Stream verlegt. Die Verbindung einiger Pipelineabschnitte erfolgt erst nach der Verlegung auf dem Meeresboden in 80 bzw. 110 Metern Tiefe. Das Verschweißen der großen Stahlrohre ist nicht nur eine technische Herausforderung. Auch die beteiligten Taucher werden besonders gefordert.
Autor: André Gesellchen

Bohrtechnik/Spezialtiefbau

Bohrverfahren für geo- und umwelttechnische Aufgabenstellungen
(Teil 3)

Bohrungen werden bei Projekten mit geotechnischen und umwelttech-nischen Aufgabenstellungen mit sehr unterschiedlichen Zielrichtungen, wie Erkundung, Beweissicherung oder zur Aufnahme von Messeinrich-tungen, eingesetzt. In Teil 1 in der bbr-Märzausgabe wurde ein Überblick über die gängigen Bohrverfahren gegeben und mit der Beschreibung der Bohrverfahren für den Einsatz in Lockergesteinen begonnen. Deren Fortsetzung folgte im Juniheft sowie die Darstellung der Bohrverfahren für Festgesteine, die in der vorliegenden Ausgabe weitergeführt wird.
Autor: Dr. Winfried Entenmann

Geothermie

Energetische Grundwassernutzung im städtischen Bereich – Planung bei konkurrierenden Nutzungen
Die Grundwassernutzung im Bereich der Bonner Rheinaue hat Tradition. Schon als Bonn noch Regierungshauptstadt war, wurden im Wasserwerk Plittersdorf und im Alten Wasserwerk in der Nähe des ehemaligen Plenarsaals jährlich bis zu 5 Mio. m³ Grundwasser gefördert. In Zeiten hoher Energiepreise und der Notwendigkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, liegt es nahe, die Ressource Grundwasser zum Heizen und Kühlen von Gebäuden zu nutzen. Mit einer übergreifenden Planung kann dies auf nachhaltige und wirtschaftliche Weise geschehen.
Autor: Dipl.-Geol. Thomas Conzen

Tiefengeothermieprojekt Lüneburger Heide – Potenziale und Herausforderungen
Mit einem tiefengeothermischen Kraftwerk wollen die Stadtwerke Munster-Bispingen ihre Energieversorgung stärken, kostengünstig produzieren sowie einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten. Bereits seit Mitte 2008 befindet sich das Projekt in Planung. Zur Umsetzung wurde nun eine eigene Projektgesellschaft gegründet. Im Jahr 2012 sollen die Bohrungen für das erste große norddeutsche geothermische Kraftwerk erfolgen, mit der Inbetriebnahme wird im Jahr 2013 gerechnet. Der vorliegende Artikel stellt die Machbarkeitsstudie sowie technische und betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen vor.
Autoren: Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Bernd Reichelt, Prof. Dr. Dieter Michalzik, WP StB Gerd Wolter, Dipl. Ing. Lutz Kirchner

Trinkwasserversorgung / Pumpentechnik

Stromerzeugung einmal anders herum
In einer Hotelanlage im brasilianischen Naturschutzgebiet wird eine Rein-wasserpumpe als Turbine eingesetzt, um zur Stromerzeugung einen als Generator dienenden Elektromotor anzutreiben. Diese kostengünstige Technologie bietet die Möglichkeit, in abgelegenen Gebieten Wasserkraft umweltverträglich zu nutzen.
Autor: Horst Stegmüller

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